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title: "Der große NINA-Flop"
date: 2021-07-21
categories:
- deutsch
- article
tags:
- CellBroadcast
headerimage:
src: bild-godzilla-nina.jpg
summary: Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Deutschland im Juli 2021 veröffentlichte BILD einen Artikel, der das Versagen der NINA-Warn-App kritisierte. Ich wurde zu den technischen Grenzen des zentralisierten Warnsystems und zu resilienteren Alternativen wie Cell Broadcast befragt, die alle Menschen erreichen können, ohne dass eine App installiert werden muss.
article:
name: BILD
href: https://web.archive.org/web/20210722020854/https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/der-grosse-nina-flop-app-warnte-vor-monster-angriff-77153478.bild.html
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Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Deutschland im Juli 2021 veröffentlichte BILD einen Artikel, der das Versagen der NINA-Warn-App kritisierte, nicht genug Menschen während der Katastrophe zu erreichen. Der Artikel hebt hervor, dass die App trotz rund 9 Millionen Downloads nur etwa ein Zehntel der Bevölkerung erreichte und viele Menschen nicht ausreichend vor den Fluten gewarnt wurden.
Ich wurde im Artikel zu den technischen Problemen mit NINA und dem zentralisierten Warnsystem zitiert:
> Kritik an NINA kommt auch von Max Mehl (Free Software Foundation Europe): Da NINA keine freie Software sei, könne sie auch nicht durch die Öffentlichkeit oder unabhängige Experten überprüft werden. Am bundesweiten Warntag 2020 versagte NINA schließlich komplett.
>
> Der Flaschenhals des Systems laut Mehl: das zentrale Warnsystem, durch das auch NINA mit Infos gefüttert wird. Damals sei die App förmlich verstopft worden mit Informationen und habe die Warnungen „nur zeitversetzt oder gar nicht" abgesetzt. Im echten Katastrophenfall fatal!
>
> Der Experte zu BILD: „Wenn Sie die Bewohner einer Straße informieren wollen, ist es mit Sicherheit schneller, laute Durchsagen mit Megafonen zu machen, als an jeder Haustür einzeln zu klopfen und die Nachricht zu überbringen." Genauso wie das Haustür-Verfahren funktioniere aber die Warnung per App.
Der Artikel diskutiert, wie Warnungen Menschen automatisch erreichen müssen und nicht davon abhängig sein dürfen, dass sie eine App installieren.
Der vollständige Artikel kann auf der archivierten BILD-Seite gelesen werden (siehe Link oben).

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title: "RED Implementation: Open Source scene threatened by radio technology exclusion"
date: 2021-07-06
categories:
- deutsch
- article
tags:
- RadioLockdown
# headerimage:
# src: foo.jpg
# text: bar
summary: Heise/c't magazin berichtete über die Pläne der EU-Kommission, die Funkanlagenrichtlinie (RED) mit Vorschriften umzusetzen, die effektiv alle Funkgeräte sperren könnten. Als Programm-Manager der FSFE wurde ich zitiert und warnte vor der Bedrohung für Open-Source-Projekte wie Freifunk, OpenWrt und das gesamte Internet-der-Dinge-Ökosystem, da die Anforderungen es nahezu unmöglich machen würden, alternative Software auf Geräten mit Funkmodulen zu installieren.
article:
name: c't magazin
href: https://www.heise.de/news/RED-Umsetzung-Open-Source-Szene-droht-Ausschluss-aus-der-Funktechnik-6129525.html?seite=all
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Im Juli 2021 veröffentlichte Heise/c't magazin einen ausführlichen Artikel über die Pläne der EU-Kommission, die Funkanlagenrichtlinie (RED) mit neuen Standards und delegierten Rechtsakten umzusetzen. Die Richtlinie enthält Artikel 3(3)i, der verlangt, dass Funkanlagen nur Software laden können, deren Konformität nachgewiesen wurde - was effektiv einen Sperrmechanismus für alle Geräte mit Funkmodulen schafft.
Der Artikel erklärt, wie dies die Open-Source- und Maker-Community bedroht, insbesondere Projekte wie Freifunk (Community-Drahtlosnetzwerke), Osmocom (freier Mobilfunk) und OpenWrt (Linux-Distribution für eingebettete Systeme). Es betrifft auch das gesamte Internet-der-Dinge-Ökosystem, da die meisten modernen Geräte Funkfunktionalität enthalten.
Ich wurde als Programm-Manager der FSFE zu den ernsten Auswirkungen zitiert:
> Auch die FSFE rechnet nach wie vor mit dem Schlimmsten. Expertentreffen hätten gezeigt, dass die Kommission die Tragweite des Problems nicht erkenne, moniert Programm-Manager Max Mehl. Mit einem delegierten Akt drohten noch weiter einschneidende Regeln. Dabei habe die Brüsseler Institution schon bei ihrer ersten Konsultation zu dem Thema viele kritische Kommentare bekommen. Darin werde etwa zu bedenken gegeben, dass Funk-Hardware künftig nur noch im Paket mit einer unveränderbaren proprietären Software der Hersteller verkauft werde. Die Freiheit zum Nutzen und Reparieren der Geräte wäre so massiv eingeschränkt.
Der Artikel hebt mehrere wichtige Bedenken hervor:
- **Technische Unmöglichkeit**: Die Anforderung schafft ein logisches Paradoxon (unter Bezugnahme auf Gödels Unvollständigkeitssatz) - Geräte können nicht selbst überprüfen, ob sich Software konform verhalten wird
- **Fehlende Belege**: Die Kommission kann keine konkreten Beispiele liefern, wo rekonfigurierbare Funkanlagen oder alternative Firmware tatsächliche Probleme verursacht haben
- **Innovationsbedrohung**: Über 50 Organisationen und Unternehmen haben eine Erklärung gegen den "Funk-Lockdown" unterzeichnet
- **GPL-Inkompatibilität**: Ein Rechtsgutachten von Till Jaeger zeigt, dass Artikel 3(3)i mit GPL-3.0 und möglicherweise auch GPL-2.0 unvereinbar ist, was weit verbreitete Software wie GNU/Linux, GNU C Library und Samba betrifft
- **Unverhältnismäßige Auswirkungen**: Die Standards würden alles von kleinen Mikrocontrollern bis zu Industriemaschinen und Gebäudeautomation betreffen
Der Artikel diskutiert auch, wie die detaillierten Standardisierungsentwürfe der Kommission über 16 Seiten mit komplexen Anforderungen für Antispoofing-Filter, DDoS-Schutz, regelmäßige Updates und Sicherheitsüberwachung umfassen - alles technisch lobenswert, aber ohne klaren Weg für Implementierung oder Überprüfung.
Der vollständige deutsche Artikel bietet umfangreiche technische Details und ist auf der Website von Heise verfügbar (siehe Link oben).